6) “Geht nicht” gibt’s nicht!

6) “Geht nicht” gibt’s nicht!

Ich finde es immer furchtbar, wenn Leute sagen „das geht nicht …und das geht auch nicht …und das geht nicht, weil dass nicht geht…“. Kennst Du auch solche Leute? Erstaunlicher Weise sind es aber auch immer die, die so oder so ähnlich jammern und NICHTS geschafft bekommen.

Sie zerfließen in Selbstmitleid und dabei sind immer die Anderen oder/und die Umstände schuld, dass etwas nicht funktioniert. Neulich noch habe ich mich mit einem alleinerziehenden Vater unterhalten. Ganz traurige Geschichte, die Mutter hatte ihn mit dem Kind sitzen lassen (ja, auch sowas gibt es) und er jammerte „Ja, wenn ich keinen Kindergartenplatz für die Kleine bekomme, dann bekomme ich keinen Job, aber wenn ich keinen Job bekomme, dann bekomme ich auch keinen Kindergartenplatz, denn das ist hier Voraussetzung für einen Platz…“

Ich meinte „Dann mach Dich mal schlau, ich glaube nicht, dass man das so einfach wechselseitig bedingen kann“. „Jaaaaaaa“, meinte er „Du bist ja auch Anwältin, da geht das…“ „Quatsch, ich habe von diesen ganzen Gesetzen auch keine Ahnung, ich mache ja im Schwerpunkt was ganz Anderes, ich bin froh, dass ich weiß, dass ein Anspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr besteht, aber mehr weiß ich nicht. Dafür sind die vom Amt aber da, Dir das zu erklären und Dir Möglichkeiten aufzuzeigen, denn schließlich bist Du der Ernährer und Verantwortlicher Deiner Tochter. Also ruf an oder am Besten geh da mal hin! Die sind sehr nett! Die kennen die Paragraphen in und auswendig und die helfen! Die haben bestimmt für Dich ne Lösung,.. und sei es mit einem kostenlosen Tagesmutterplatz..“

Er schwieg. Er hatte sich darüber noch keine Gedanken gemacht, wie er es schaffen könnte, nur darüber, dass es halt „nicht geht“. „Wie er es denn hinbekommt, dass er sein Kind untergebracht UND einen Job bekommt“ war gar keine Denkalternative für ihn. „Wie bekomme ich das hin?“ war nie eine Frage gewesen, die er sich ernsthaft gestellt hatte.

Eigentlich hatte er keine Argumente mehr. Er war platt. Er überlegte. Natürlich hatte ich Recht, mit dem, was ich sagte – denn es gilt bei mir das Motto: „wenn Du das willst, dann mach!“ Er meinte nach einer gefühlt unendlichen Pause nur „Ach, ich kann nichts machen, es ist halt so, das wird nicht klappen“ und das war für ihn dann definitiv.

Ich gebe aber nicht so schnell auf und bohrte hartnäckig weiter, denn das konnte ja nicht sein. Wollte ihm Handlungsalternativen aufzeigen, dass man immer einen Weg finden kann… . Ich meinte, er sollte zum Jugendamt gehen und fragen, da das ja schließlich nicht sein könne, dass er sich im Kreis drehe, er sollte den Kreislauf einfach unterbrechen und da mal ganz lieb und freundlich aber auch bestimmt nach einer Lösung fragen, und zwar bei den Profis gleich vor Ort.

Zu meinem erstaunen meinte er aber „Nein, so einfach ginge das nicht, dann müsste er ja außerdem auch zum Jugendamt und wo sollte er mit der Kleinen hin?“ Ich meinte: „Wenn ich an Deiner Stelle wäre, würde ich da einfach hingehen, MIT Kind, und mich rumfragen. Und wenn die mich immer weiterschicken würden oder von Zimmer zu Zimmer weiterverweisen, ohne, dass ich nach 3 Stunden ein Ergebnis habe, dann, würde ich mich mit nem Stuhl beim Vorgesetzen der Abteilung vor dessen Zimmer setzen und dem sagen „so, ich warte hier nun SO lange, bis mir Jemand einen Kindergartenplatz gibt und zwar so bestätigt, dass ich das für meine Bewerbung zu einem neuen Job nutzen kann… . Mensch, das kann doch nicht sein, dass Dir da keiner helfen kann…?“

„Naja, da müsse er drüber nachdenken…“

Ich verabschiedete mich. Ich glaube, in diesem Moment war ich frustrierter über sein hartnäckiges „das klappt nicht“, als er mit seiner Gesamtsituation haderte.

Aus seinen Facebookeinträgen weiß ich, dass sich auch an seiner Situation nichts geändert hat. Auch heute noch nicht.

Ich habe mich nicht mehr aktiv gemeldet: Handlungsvorschläge kann man bekommen, aber handeln muss man schon selbst.

Und so kann es natürlich nie was werden im Leben. Nicht einmal im Ansatz. Ich frage mich immer bei solchen Geschichten, was meine Oma wohl gemacht hätte. Meine Oma wurde mit 6 Vollwaise und kam mit ihren zwei Geschwistern ins Weisenhaus. 1906 geboren war das wirklich ein hartes Los. Nicht einmal in normalen Familien gab es zu dieser Zeit genug zu essen, geschweige denn im Kinderheim. Meine Oma hatte zwei Weltkriege überlebt und ich hatte die große Gnade von dieser Survivalsuperfrau großgezogen worden zu sein.

Wenn man meiner Oma sagte, dass etwas nicht geht, kam promt die Antwort? „Jeht nit? Jibbet nit..“ Wenn meine Oma das einmal gesagt hätte, hätte sie vielleicht schon das Waisenhaus nicht überlebt!

Und uns geht es doch allen wirklich hier in Deutschland unglaublich gut. Wir kennen keinen Hunger, wir haben Möglichkeiten ohne Ende, uns Sozialhilfen zu besorgen, wir können uns, wenn wir nicht mehr weiter wissen, an alle möglichen Stellen wenden… Ja klar, oft ist auch Scham dabei und natürlich auch ein Warteflurmarathon, der es in sich hat. Ja, es ist erniedrigend und nicht schön, schön ist ganz anders.

Aber im Ernst: Auf einem Sozialamt im warmen Flur zu sitzen, ist schon ein ganz anderes Szenario, als mit Essensmarken im Schneesturm für ein altes, halbes Maisbrot drei Stunden lang anzustehen- mit der Chance, dass der Laden nach 3 Stunden Schlangestehen genau 5 Leute vor einem schließt, weil die Brote schon weg sind. das sind Schicksale, nicht das, was wir hier erleben.

Vom Lamentieren und Beschweren und Jammern ist noch niemand satt geworden, wurden noch keine Mieten gezahlt, wurden keine Jobs gefunden, keine Kinderaugen auch mal wieder zum Leuchten gebracht … und auch keine Träume umgesetzt.

Und meine Oma hatte Recht:

Wenn Du etwas willst, dann musst Du Dich auch darum kümmern, Dich engagieren, Dich einsetzen, etwas tun! Vom Nichtstun passiert nichts!

Aber bitte sagt niemals „Das geht nicht“. Es ist das Schlimmste, sich selbst aufzugeben, und im natürlich dadurch im Falle von uns Mamis unsere Kinder damit auch aufzugeben!

Wenn zum Beispiel ein 104 Jähriger Weltrekordhalter im 60 Meter Lauf sich freut wie Bolle, dass er wieder seinen Rekord eingestellt hat, denkst Du wirklich, dass der vorher zu sich gesagt hat „das geht nicht?“

Da sind Leute, die haben Gliedmaßen durch Unfälle verloren, die machen dennoch ihr Ding, trainieren und werden Bodybuilder, motivieren andere als Coaches – was hält Dich denn zurück?

Antworte nur Dir, jetzt! Einfach, ehrlich. Du musst es ja gegenüber Niemandem zugeben. Aber wenn Du ganz ehrlich zu Dir selbst bist, dann wirst Du zu dem Ergebnis kommen:

Wenn ich will, dann kann ich auch!

Naja, gut, vielleicht nicht mit den eigenen Armen in der Luft wedeln und dann abheben und fliegen. Aber die, die davon träumten, haben ANDERE WEGE gefunden, es zu schaffen, dass sie fliegen. Einmal die Gebrüder Mongolfier und dann die Gebrüder Wright. So waren die Anfänge der zivilen Luftfahrt. Klar, das mit den „Flügeln“ ging nicht, aber „es ging dann eben anders“.

Es geht immer, man muss nur manchmal um die Ecke denken. Nur lasse bitte den Pessimismus weg. Es bringt Dich nicht weiter!Natürlich kann man nicht immer Alles schön reden. Aber es gibt auch immer jede Menge Beispiele, in denen Menschen sagten „da haben alle gesagt, es geht nicht und dann kam da einer, der hat es einfach gemacht.“

Das ist wie mit der aerodynamischen Beschaffenheit einer Hummel: Nach sämtlichen physikalischen Gesetzen ist es einfach nicht möglich, dass dieser Brummer fliegen kann- und sie tut es dennoch! Sie weiß es offensichtlich nicht.

Und manchmal bekommt man auch trotz aller Bemühungen nicht das, was man möchte, aber es gibt oft Alternativen. Und die können auch viel besser sein, als das, was man eigentlich ursprünglich haben wollte. Nur wirst Du es nie erfahren, wenn Du es nicht zumindest versucht hat, Deine Ideen umzusetzen, Deine Ziele zu erreichen. Geht nicht, gibt’s nicht! Es geht vielleicht anders aber es geht- IMMER!

Mein Mamapreneur-Tipp für Dich:

Liebe Mamapreneur, bitte versuche immer über den Tellerrand hinauszuschauen. Es gibt immer einen Weg, eine Lösung- Immer! Sich aufzugeben, zu resignieren ist wie ein wenig Sterben. Sich aber aufzugeben, ist nicht das Ziel, sondern über sich hinauszuwachsen und immer neue Wege zu finden. Du schaffst Alles! Wenn Du nur willst! Manchmal über Umwege, aber es geht! Denke auch einmal über den „Tellerrand“ hinaus. Nun, manchmal ist es vielleicht auch gut, weil man ein Ziel nicht erreicht, dafür eine Alternative. Und manchmal stellt sich heraus, dass die Alternative eigentlich sogar das ist, was man tatsächlich wollte, also das eigentliche Ziel war.. oder gar noch viel besser als die urspüngliche Idee war.

Daher: Nur Mut! Es geht! Immer! Alles! (Schreibe es Dir von mir aus mit dem Lippenstift auf den Badezimmerspiegel, damit Du es nie vergißt!) Du-schaffst-das! Egal wie! Immer!